Für die erste Massenfertigung von kunsthandwerklichen Bierkrügen wurden (meist dreiteilige) schliessbare Messingformen verwendet, in denen der Ton durch den Press-Abdruck der Form (=Model) ein erhabenes 3D-Relief erhielt. Im Handel wurden sie unter dem Namen "Regensburger Model-Krug" angeboten, seltener sprach man auch von "Gepressten Kännchen". Da die wenigsten tatsächlich aus der Regensburger Fabrik von Fritz Thenn stammten, meidet man heute die irreführende Bezeichnung mit der Ortsangabe. Die damals neuartige Fertigungstechnik war aus der Fertigungsweise von Walzenkrügen abgeleitet. So konnten exakt gleiche Abdrücke bzw. identische Krüge mit relativ geringem Aufwand zum geringen Preis erzeugt werden, so lange die Form nicht zu abgerieben war und damit das Relief undeutlich wurde. Die fertig gebrannten Model-Krüge wurden noch mit Zinndeckeln ausgestattet und von den ca. 15 verschiedenen deutschen Herstellern aus dem Steinzeug Bereich, ohne die sonst übliche eingestanzter Form-Nummer oder Bodenmarke, in großer Stückzahl vom Ende des 19. Jahrhunderts bis ca. 1905 angeboten. Die Relief-Motive selbst waren entsprechend im Historismus verwurzelt, meist Gasthaus- und Trinks-Szenen, Sagengestalten (König Gambrinus) und Historische Begebenheiten waren das Thema. Das Steinzeug wurde nur farblos glasiert und blieb je nach Brennverfahren grau bis grau-braun.































































